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Aufsätze
 
Die meisten Aufsätze befinden sich in Fachaufsätze in der Rubrik Mitteilungshefte.



I. Warner: Übungswege zum klangvollen Sprechen

G. Schümann: Atem - ein königlicher Weg der Heilkunde
 

 


 

 Irmtraut Warner

Übungswege zum klangvollen Sprechen

nach Schlaffhorst-Andersen


Diese Aufzeichnungen sind für meine Schüler; sie sollen an Erlebtes erinnern. Ohne Unterricht und Kontrolle aber sind die Übungsanweisungen nicht zu verstehen, zumal jeder Mensch andere Schwierigkeiten hat, die erkannt und verbessert werden müssen.

Zunächst schlage ich vor, daß Sie die schriftlichen Ausführungen durchlesen.

Da sich ein Gedanke aus dem vorigen ergibt, können Sie chronologisch vorgehen und eins nach dem anderen üben. Sie können sich aber auch einzelne Themen vornehmen, die für Sie selbst besonders wichtig sind. Entscheiden Sie das selbst. Ich rate Ihnen nur, sich eine längere Zeit mit den zu dem gewählten Thema gehörenden Übungen zu beschäftigen. Bleiben Sie so lange bei einer Übung, bis Sie spüren, daß Sie nicht aus innerer Unruhe wechseln, sondern weil Sie etwas entdeckt, erlebt, verstanden haben. Suchen Sie Ihr Thema im Alltag, machen Sie sich Klang, Atem und Bewegung bewußt, und wenden Sie das Entdeckte an, so oft es Ihnen möglich ist.

Der erste Teil beschäftigt sich mit der Muskelspannung und der Atmung. Ich spreche zunächst die ausgewogene Muskelspannung an. Danach geht es um die Atembewegung und den Atemrhythmus. Es folgen Atemübungen im Liegen. An das Liegen schließe ich das Thema Atem und Bewegung im Stehen an und Atem und Bewegung im Sitzen.

Der zweite Teil befaßt sich mit dem Erlebnis der inneren Räume bei Einsatz der Stimme. Sie werden die inneren Räume bei Einsatz der Stimme erleben, wenn Sie die verschiedenen Sprachlaute ausprobieren: die Vollklinger, die Halbklinger, die Strömungskonsonanten, die Explosive und die Vokale. Anschließend können Sie Atem- und Lautbildungen beim Sprechen ausprobieren.

 

Ausgewogene Muskelspannung

Unser Körper ist der Klang- und Schallraum für unsere Stimme. Also muß zunächst das Körper-Instrument richtig eingestellt werden, denn nur ein durchlässiger, frei atmender Körper kann die Stimme tragen.

Sorgen Sie für einen ruhigen Raum und eine Zeit, in der Sie nicht gestört werden. Es ist nützlich, jeden Tag zur gleichen Zeit zu üben, dann richtet sich der Körper auf einen festen Rhythmus ein, was die Wirkung der Übung verstärkt.

Was die einzelnen Abschnitte des Ubungsprogramms und die Zeit anlangt, die Sie dafür brauchen: richten Sie sich ganz nach Ihren Bedürfnissen. Bleiben Sie jedoch so lange bei jeder Übung, bis Sie spüren, daß Sie weitergehen können. Erst dann beginnen Sie die nächste Übung und finden heraus, wieviel Zeit Sie dafür benötigen, bis Sie abermals fortschreiten können.

Versuchen Sie nicht, etwas zu erzwingen: wichtig ist ‚ daß Sie zur Ruhe kommen, bei sich ankommen.

Legen Sie sich auf den Boden oder auf eine Liege mit fester Unterlage.

Zunächst dehnen und räkeln Sie sich tüchtig durch: lassen Sie sich Zeit dafür. Vermeiden Sie harte, ruckartige Bewegungen. Nun spüren Sie auf der Unterlage den ausgestreckten Körper im Ganzen. Die Beine liegen ungefähr eine Handbreit auseinander entsprechend dem Abstand der Sitzhöcker. Die Zehen fallen ein wenig nach außen. Die Arme ruhen etwas entfernt vom Körper.

Vertrauen Sie sich der Schwerkraft an: Sie werden getragen.

Versuchen Sie die ganze Gestalt Ihres Körpers zu sehen. Jeder Mensch hat ein Körperbild von sich, mehr oder weniger deutlich.

Wie deutlich ist Ihr Bild?

Die Haut mit ihrem Tast- und Fühlsinn ist unser größtes Sinnesorgan. Sie umgrenzt den Körper, gibt ihm seine Gestalt, und sie atmet. Über die Haut nehmen wir Kontakt zu unserer Umwelt auf. Sie vermittelt zwischen Außen und Innen, zwischen Außenwelt und Innenwelt.

Als ob Sie durch die Kleidung den Boden berühren könnten, fühlen Sie den Kontakt der Haut mit der Unterlage. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, Überspannung abzugeben.

Versuchen Sie festzustellen, wo der Kontakt mit der Unterlage nicht gelingt, ohne es gleich ändern zu wollen. Wo verhindern Spannungen, vielleicht sogar Schmerzen, das Auf liegen? Registrieren Sie das nur, ohne es gleich ändern zu wollen.

Nehmen Sie vom Becken ausgehend wahr, wie Ihr Rücken auf dem Boden aufliegt, besonders das Kreuz.

Vom Becken ausgehend spüren Sie Ihr rechtes Bein. Wie ist der Hautkontakt oder der Abstand zur Unterlage vom Oberschenkel, von der Kniekehle, vom Unterschenkel, von der Fessel, von der Ferse, vom Fuß und schließlich von den einzelnen Zehen? Bewegen Sie die Zehen etwas ‚ um sie besser wahrzunehmen, und spüren Sie den Kontakt der Haut mit dem Strumpf. Danach spüren Sie das ganze Bein auf einmal und vergleichen es mit dem linken Bein. Stellen Sie Unterschiede fest.

Beschäftigen Sie sich nun mit dem linken Bein, indem Sie wieder vom Becken ausgehen: Oberschenkel, Kniekehle, Unterschenkel, Fessel, Ferse, Fuß und Zehen.

Danach spüren Sie beide Beine auf einmal. Liegen sie in gleicher Weise auf der Unterlage?

Nun den Rücken:

Nehmen Sie vom Becken ausgehend wahr, wie Ihr Rücken jetzt auf dem Boden aufliegt, besonders das Kreuz. Vielleicht hilft es Ihnen, eine kleine Rolle unter die Knie zu legen - zumindest für die erste Zeit.

Wie breit liegt Ihr Rücken auf? Können Sie die Wirbelsäule am Boden spüren? Fühlen Sie die Breite der Schulterblätter den Schultergürtel und auch den Nacken? Erkennen Sie den Abstand der Halswirbel vom Boden? Erfühlen Sie den Kontakt der Arme zum Boden, so wie zuvor bei den Beinen. Gehen Sie von der rechten Schulter aus; dann zum Oberarm, zum Ellbogen, zum Unterarm, zum Handgelenk, zur Hand und zu jedem einzelnen Finger. Es ist vorteilhaft, einen Tennisball mit der Hand zu umschließen. Falls nötig, bewegen Sie die Finger ein wenig, um sie besser wahrzunehmen. Fühlen Sie nun den ganzen Arm? Vergleichen Sie dieses Gefühl mit dem des linken Armes und üben Sie nun mit dem linken, wie zuvor mit dem rechten. Vergleichen Sie das Gefühl beider Arme miteinander.

Jetzt zum Kopf. Fühlen Sie seine Rundung auf der Unterlage, fühlen Sie, wie der Kopf wie in eine Schale gebettet ist. Die Augen fallen zu. Weich und ruhevoll sind Ihre Augen nach innen gerichtet. Entlassen Sie die Spannung aus dem Unterkiefer so weit, wie es Ihnen gelingt.

Zum Abschluß sehen Sie sich noch einmal als Ganzes daliegen. Haben Sie jetzt ein anderes Körperbild von sich als zuvor?

Dehnen und strecken Sie sich - kraftvoll, einfühlend und weich; das ist nach dieser Bewußtseinsarbeit nötig.

Sie sollten zunächst diese erste Übung so oft wiederholen, bis sie Ihnen vertraut ist.

Atembewegung

Lassen Sie Ihren Atem zunächst gehen, wie er will. Ob Sie liegen, sitzen oder stehen, die Innenräume Ihres Körpers nehmen den Atem auf. Wo spüren Sie, daß Sie von innen nach außen gedehnt werden? Wird der Atem irgendwo festgehalten? Er sollte durchgängig sein - das erreichen wir durch unsere Übungen immer mehr.

So wie bei der Sinuskurve die oberen und unteren Pole rund sind, so sollen auch die Übergänge von der Einatmung zur Ausatmung und von der Ausatmung zur Einatmung rund sein. Die abfallende Kurve - also die Ausatmung mit der wichtigen anschließenden Lösung - ist länger und weniger steil als die aufsteigende - also die Einatmungskurve.

Es ist günstig, bei jedem zweiten oder dritten Atemzug die Zungenspitze beim Einatmen ganz kurz hinter die Oberzähne zu legen - so nimmt die Nase Luft auf, ohne sie zu ziehen oder zu holen. Weiten Sie die Nasenflügel, als wollten Sie den Duft einer Rose genießen. Damit erreicht die kühlere Außenluft blitzschnell die oberen Nasengänge bis in die Stirnhöhlen. Sie werden die sehr erfrischende Wirkung spüren.

Der Kopf wird augenblicklich durch die Sauerstoffzufuhr hell, weit und wach. Die Lungenftügel dehnen sich bis zu den Flanken.

Nach und nach werden Sie auch während des Sprechens auf diese Art Luft aufzunehmen nicht mehr verzichten wollen.

Bei der Ausatmung lösen Sie die Zungenspitze; dann fällt die Zunge herunter bis hinter die Unterzähne und der Atemhauch strömt weich und warm heraus. Lassen Sie dabei den Kiefer fallen; die Wangen werden schwer, der Mund öffnet sich von selbst.

Die warme Luft füllt den ganzen Mundraum.

Wenn Sie so eine Weite geübt haben, kommt die Luft aus immer tieferen Lungenschichten und wird dadurch immer wärmer. Verfolgen Sie diese Wärme bis in die Backentaschen hinein, um die Zähne herum zu Unter- und Oberkiefer bis zum Gaumensegel. Hier, an dieser Verengung, beginnt der Rachen mit der Luft- und der Speiseröhre.

Auch dort können Sie die Wärme der Luft spüren. Begleiten Sie diese Wärme die Luftröhre hinunter bis zu den Stimmbändern im Kehlkopf; schließlich durch den Kehlkopf und die Stimmbänder hindurch zu den Bronchien. Der Hals wird dabei weit und warm - wie ein Schal liegt dann die Wärme um Ihren Hals. Es ist auch eine gute Übung bei Halsentzündung.

Nach jeder Ausatmung lösen Sie den Kiefer: Sie lassen den Unterkiefer fallen. Allmählich können Sie sich vorstellen, daß die warme Luft tiefer sinkt, bis in die Brustmitte. Stellen Sie sich einen warmen weichen Wattebart vor, der vom gelösten Kiefer abwärts fällt.


Üben sie immer weiter - und lassen Sie sich Zeit dabei; es wird schließlich gelingen, die Bauchdecke des Unterbauchs zwischen Bauchnabel und Schambein zu spüren und die Wärme auch dort zu empfinden. Dann löst sich die Bauchdecke. Die damit einhergehende Entspannung der inneren Organe vermittelt das Gefühl, als falle die Bauchdecke nach innen - zum Rücken.

Erwarten Sie die unwillkürlich einsetzende Einatmungsbewegung im Innenraum Ihres Körpers. Erleben Sie, wie sich in der Körpermitte unter der Lunge eine Kraft sammelt - das Zwerchfell hat sich gespannt, auch - und

besonders - hinten unten. Im Zusammenspiel mit den Zwischenrippenmuskeln und den Rippenhebern erweitert sich der Brustkorb. So sammelt sich

die Spannung fürs Tun.

Sie sind umhüllt von der Wärme, die Ihr Leib ausstrahlt. Wenn es Ihnen gelungen ist, die ausgestrahlte Wärme zu spüren, beziehen Sie diese warme Lufthülle in die Ausatmung mit ein.

Es wird einige Zeit dauern, bis Sie das Ziel dieser Übungseinheit mehr oder weniger erreicht haben. Haben Sie Geduld!


Atemrhythmus

Leben ist Bewegung und vom Rhythmus bestimmt. Jedes organische Geschehen ist ein rhythmisches Geschehen. Schlatfhorst-Andersen entdeckten die rhythmischen Wechselbeziehungen im Ablauf der am Atmen beteiligten Organe. Das gilt also nicht nur für die Hauptatmungsorgane Zwerchfell und Lunge, sondern ebenso für alle kleineren Muskelgruppen, wie zum Beispiel die Artikulationsorgane.

Die Lebensbewegungen sind rhythmisch geordnet und gewinnen daraus ihre Kraft. Allerdings nur in dem Maße, wie die Ordnung in den rhythmischen Prozessen nicht verletzt wird.

Der Atemrhytmus stellt sich, abgelesen an den Hauptatmungsorganen Zwerchfell und Lunge, folgendermaßen dar:

bei der Einatmung

  • Zwerchfell: Zusammenziehung, Spannung
  • Lunge: Ausdehnung, Füllung
bei der Ausatmung
  • Zwerchfell: Streckung, Abspannung
  • Lunge: Zusammenziehung, Verwertung der Fülle
bei der Pause
  • Zwerchfell: Lösung, Ausschwingen
  • Lunge: Lösung, Nachgeben
werchfell und Lunge sind also Antagonisten, wobei das Zwerchfell die führende Rolle hat. Die Pause, das Nachgeben oder die Lösung haben Sie gemeinsam.

Wenigstens einige Male am Tage schließen Sie Ihre „alltäglichen” Bewegungen bewußt an den Atemrhythmus an. Auch wenn Sie das nur ab und zu tun, löst diese Konzentration allmählich Verkrampfungen unterstützt den Kreislauf sowie alle inneren Funktionen und beruhigt die Nerven. Wenn Sie morgens in zu großer Eile sind, schalten Sie solche Besinnungsphase im Laufe des Tages oder abends ein.

Sie werden allmählich aufmerksamer Ihrer Natur gegenüber und werden mehr auf sich acht geben.

Wenn Sie nur die Hand heben, atmet es unwillkürlich ein. Die unwillkürliche Einatmung, die nicht unbewußt zu sein braucht, ist die natürliche Spannung vor dem Tun. In der Abspannung im Ausatmen wird die gewonnene Kraft ins Tun umgesetzt.


Atemübungen im Liegen

Um das Hohlkreuz und damit die oft fehlende Atembewegung im Kreuz-Lendenbereich auszugleichen, ziehen Sie Ihre Knie an und stellen die Füße etwas breiter auf: lockern Sie die Knie.

Heben Sie nun ganz wenig das Becken, indem Sie die letzten Wirbel anrollen, so daß das Kreuz mehr aufliegt. Während Sie zurückrollen, atmen Sie aus offenem Mund aus.

In der Ruhestellung des Körpers können Sie in der freien Atmung die Wirkung der Übungen erleben.

Nun heben Sie das Becken etwas höher bis zu den Flanken. Setzen Sie dazu genauso an wie zuvor. Lassen Sie das Becken zurückgleiten. Atmen Sie dabei aus wie zuvor.

Lassen Sie jetzt den Atem wieder frei und spüren Sie, ob die Einatmung nun bis zu den Flanken geht.

Indem Sie die Wirbelsäule von unten hochrollen lassen, heben Sie jetzt den Körper bis zu den fest aufliegenden Schultern. Zurückrollend atmen Sie wieder aus offenem Mund aus.

Bei dieser dreiteiligen Übung füllt sich das Körpergefäß von der Beckentiefe allmählich bis in den oberen Lungenbereich merkbar mit Luft.

Zum Schluß atmen Sie langsam auf “Pffff...“ aus und versuchen dabei, mit der von selbst einsetzenden Einatmung ihre ganze Kreuzesbreite fest auf der Unterlage zu spüren; schieben Sie den Untergrund weg. Behalten Sie den Kontakt mit dem Boden und lassen Sie mit “Pfff...“ die Beine zurückgleiten. Noch immer fühlen Sie Ihre Unterlage mit dem ganzen Rücken.

Wenn der gesamte Rücken und das Becken aufliegen, geben Sie eventuell noch vorhandene Spannungen an den Boden ab.

Damit auch die Wirbel zwischen den Schulterblättern bewegt werden, umfassen Sie im Liegen nun beide Ellbogen kreuzweise mit den Händen. Strecken Sie die so umfaßter, Arme in Verbindung mit der unwillkürlichen Einatmung weit von sich. Die Wirbelsäule macht dann einen Katzbuckel gegen die Unterlage.

Mit der Ausatmung legen Sie die Arme zurück. Falten Sie die Hände unter dem Hinterkopf und heben Sie den Kopf in dem Sie den Nacken gegen die Unterlage dehnen. So können Sie alle Stellen Ihrer Wirbelsäule in Verbindung mit der Atmung bewegen.

Als Abschluß strecken Sie mit der unwillkürlichen Einatmung - Kiefer fallen lassen, damit keine Stauung in der Kehle entsteht - gleichzeitig Arme und Beine.

Nachdem Sie diese Übungen zum Beispiel morgens vor dem Aufstehen gemacht haben, warten Sie die nächste unwillkürliche Einatmung ab -es ist die natürliche Spannung vor dem Tun -- und richten sich mit der Ausatmung auf. Die darauf folgende Einatmung gibt Ihnen den Schwung die Beine anzuheben und die Füße ausatmend aufzusetzen. Mit der nächstfolgenden Einatmung stehen Sie ausatmend auf.

Damit sind Sie mit dem Aufstehen bereits angeschlossen an Ihren natürlichen Atemrhythmus, was Ihrem Gleichgewicht für den ganzen Tag nützt.


Atem und Bewegung im Stehen

Vorbereitung: Eine allseitige freie Atmung ist nur bei richtigem Aufbau des Körpers möglich.

Sie haben gewiß gemerkt: beim Strecken nach oben, atmet “es“ ein, beim Senken der Arme, atmet “es“ aus und die Luftfülle, die Sie nach oben gesammelt haben, fließt durch den ganzen Körper bis in die Füße zurück. Dehnen Sie sich mit hoch gestreckten Armen sehr weit nach oben, dann senken Sie langsam die Arme.

Flankendehnung: Führen Sie einen Arm über den Kopf, Ihre Flanke wird in der Seitenbeuge weit gedehnt, öffnen Sie dazu leicht den Mund, es atmet dabei ein - ausatmend führen Sie den Arm zurück.

1. Füße in Hüftbreite stellen.

Beide Fußsohlen auf dem Boden spüren. Abwechselnd rechte und linke Fußsohle belasten, ohne die Füße zu heben. Der Bewegungsdrang wird etwas größer. Bei der Hin- und Herbewegung ziehen Sie die Fußsohlen vom Boden ab und stellen dabei die Füße etwas breiter auseinander. Beschleunigen Sie das Tempo und verlagern Sie das Körpergewicht rascher von rechts nach links und wieder zurück. Der Körper bleibt dabei aufgerichtet und kippt nicht nach den Seiten ab. Verringern Sie nach einer Weile wieder das Tempo und die Breitstellung der Füße, bis die Füße wie anfangs in Hüftbreite stehen. Nachspüren!

2. Lassen Sie Kopf, Nacken, Schultern, Arme, Oberkörper allmählich herunter, Wirbel für Wirbel. Lassen Sie die Eigenschwere wirken. Denken Sie nur an Dehnung, zerren oder federn Sie sich nicht herunter. Die Knie müssen locker gestreckt bleiben, die Hände streben etwas fort von den Füßen. Das Gewicht des Körpers ruht auf dem Mittelfuß. Der Fuß bildet eine Brücke. Lassen Sie sich so eine Weile hängen und beachten Sie die Atembewegung im tiefen Rücken. Richten Sie sich in der umgekehrten Reihenfolge allmählich wieder auf.

3. Knie aneinander vorbeiführen, sehr einfühlend - ein Knie nach vorne schieben, das andere nach hinten durchstrecken - mehrmals. Dann weichere, kürzere Bewegungen der Beine aneinander vorbei, immer kleiner werdend, bis zur Ruhestellung. Nachspüren.- Wiederholen.

4. Bewegen Sie die Schultern in sanft kreisenden Bewegungen, beginnend von vorne oben nach hinten. Können Sie wahrnehmen, wie die Schulterblätter sich immer wieder annähern und entfernen? Der Brustkorb wird gehoben und geweitet, das Brustbein hebt sich.

Die Schultern sind gelöster. Schwer hängen jetzt die Arme. Beachten Sie die unwillkürliche Atembewegung. Wiederholen Sie diesen Ablauf mehrmals. Strecken Sie den Nacken. Holen Sie das Kinn etwas heran. Die Augen sind geradeaus gerichtet.

Heben Sie den Kopf mit leicht schraubender Bewegung aus dem Schultergürtel heraus.

5. Die Arme hängen, dem Eigengewicht und der Schwerkraft folgend mit gestrecktem Ellbogengeienk und gelösten Fingern. Lassen Sie erst ganz kleine Bewegungen, dann sich langsam vergrößernde Schwingungen eines Armes zu. Allmählich wird die Bewegung wieder kleiner. Lassen Sie den Arm von allein zur Ruhe kommen und gehen Sie zum anderen Arm über.

Wenn der Körper richtig aufgebaut ist, können die Arme frei schwingen.


Das Schwingen Im Stehen

Nach diesen Übungen steht der Körper leicht bewegt in geringer Sehrägstellung nach vorne. Das Gewicht des Körpers ruht auf dem Mittelfuß über dem Fußgewölbe. Die Tendenz zum Vor- und Zurückschwingen kann nach jeder Übung aufgenommen und die Schwingungslinie etwas vergrößert werden. Die Füße müssen fest auf dem Boden aufliegen, nur die Fesseln sind gelöst. Versuchen Sie, den Körper als Einheit zu empfinden, einem Baum gleichend, der vom Wind bewegt wird. Suchen Sie wieder den Ruhepunkt über der Fußsohle: über dem Ruhepunkt kann der Körper locker aufgerichtet stehen.

Haltung ist bewegtes Gleichgewicht der Körpersäule über der Uriterstützungsfläche. Es ist immer ein Suchen nach dem Gleichgewicht, kein Anhalten.

Durch das sogenannte Schwingen wird der Körper als Einheit erlebt, der nur um das Zentrum (das Zwerchfell) und den inneren Schwerpunkt in der Mitte der Tiefe des Beckens wie beim Stehaufmännchen schwingt. Hierbei stellt sich die tragende Wirbelsäule allmählich in ihrer natürlichen Krümmung richtig auf. Der Körper trägt sich in sich selbst, wird durchlässig und fühlt sich - ist der Ausgleich erreicht - schwer und leicht zugleich an.

Abgesehen davon, daß diese Ein-Stellung einen ungestörten Stimmeinsatz ermöglicht, erleichtert sie längeres Stehen, ohne unnötig zu ermüden.

Auch alle anderen Bewegungen kann man aus der Schwingung entwickeln:

die kreisende Bewegung um den Mittelpunkt herum, die rhythmische BeweQung aus dem Mittelpunkt und zu diesem zurückkehrend, wobei die innere Aufrichtung und der Atem ungestört bleiben. Der Atem folgt der Bewegung. wird und bleibt rhythmisch. Auch die einfließende Stimmbandbewegung wird so vom Atem getragen.

Die schwingende, kreisende und rhythmische Bewegung sowie der Atem und die Stimmbandbewegung gehören zu den fünf Regenerationswegen der Schule Schlaifhorst-Andersen.


Atem und Bewegung im Sitzen

Die Haltung im Sitzen sollte aufgerichtet und nicht “gerade“ sein. Suchen Sie den Ausgleich zwischen Schwerkraft und Aufrichtungskraft.

Sie können durch folgende Hilfen in sich selbst ruhend sitzen:

Heben Sie je einen Oberschenkel mit beiden Händen leicht an und lassen ihn locker wieder zurückfallen Atmen Sie dabei auf einem kleinen “Pfff“... aus. Die Füße bilden zu denn Unterschenkeln einen rechten Winkel ebenso die Unterschenkel zu den Oberschenkeln und die Oberschenkel zum Körper. Die Knie streben etwas auseinander.

Suchen Sie nun die Verbindung von Fußfläche und Boden. Versuchen Sie die Vorstellung zu benutzen, daß die Füße in den Boden hineinsinken könnten.

Die Fußsohlen breiten sich in ihrer ganzen Breite und Länge auf dem Boden aus. Der Boden kommt den Füßen entgegen, trägt sie. Fußfläche und Bodenfläche verbinden sich.

Lassen Sie sich Zeit, um das zu spüren.

Wenn Sie so weit sind, versuchen Sie in ähnlicher Weise ihre Sitzfläche auf der Stuhlfläche zu spüren. Die Gesäßmuskulatur gibt nach und breitet sich auf dem Stuhl aus. Es ist so als ob der Stuhl dem Gesäß entgegenkommt. Sitzfläche und Stuhlfläche verbinden sich. Sie werden eine allgemeine Schwere im unteren Bereich merken. Meistens spüren Sie dann nur noch eine Ebene, die sich zwischen Fußfläche und Sitzfläche befindet, in Höhe der Knie.

Benutzen Sie nur die vordere Hälfte des Stuhles und setzen Sie sich so darauf, daß Sie sich etwas vor den Sitzhöckern aufrichten. Dadurch wird der ganze Oberkörper mit dem Becken etwas nach vorne geführt, ca. 10 Grad. Unwillkürlich streckt sich der Rücken schon vom Kreuz an über die Wirbelsäule bis zum Scheitelpunkt des Kopfes, dem höchsten Punkt des Körpers. Um genau zu wissen, wo dieser Scheitelpunkt ist, verlängern Sie in der Vorstellung die Wirbelsäule durch den Kopf. Sie käme an dem Punkt heraus, den wir Scheitel nennen. Stellen Sie sich vor, daß der Kopf an diesem Punkt wie an einer seidenen Schnur behutsam zur Decke gezogen wird. Dann hat der Kopf die richtige Haltung und Wirbelsäule und Nackenmuskulatur sind entspannt.

Das gleiche tun Sie in der entgegengesetzten Richtung.: verlängern Sie das Kreuzbein sozusagen als drittes Bein durch den Stuhl etwas nach hinten unten, wieder ca. 10 Grad. Versuchen Sie, nach oben wie nach unten eine gute Streckung zu erfahren.

Die Fußflächen, angefangen von den Fersen bis zu den Zehen senken sich gleichsam in den Boden, von dem sie getragen werden. Die Hände ruhen ausgestreckt auf den Oberschenkeln und nehmen dort Kontakt auf. Die Ellbogen haben Gewicht.

Zuletzt noch einmal den ganzen Körper wahrnehmen, der sich vor den Sitzhöckern aufrichtet mit dem verlängerten Kreuzbein und den verlängerten Scheitelhaaren.

Suchen Sie diese Sitzhaltung im Alltag immer wieder einzunehmen, bis Sie Ihnen selbstverständlich wird.


Das Schwingen im Sitzen

Aus dieser Haltung sind Sie über den runden Sitzhöckern leicht beweglich. Schwingen Sie nach beiden Seiten hin und her. Die Gewichtsverlagerung findet über den Sitzhöckern statt. Diese Bewegung vergrößern Sie, bis Sie schließlich, nun durch die Tiefe des Beckens, wie eine Wiege, von einem zum anderen Sitzhöcker schwingen.

Drücken Sie den leweiligen Sitzhöcker kräftig nach unten, indem Sie sich gleichzeitig über ihm ausatmend aufrichten: abdrücken mit Explosivkonsonant p, t oder k, aufrichten mit fff... sss..., schschsch... nach Ihrer Wahl. Die Einatmung ereignet sich also bei dem Schwung nach der anderen Seite. Beim Aufrichten bleibt der Oberkörper mit der stabilen Mitte aufrecht.

Schließlich wieder leicht hin und her schwingen, Schwingungslinie verkürzen und den Mittelpunkt zwischen rechts und links suchen.

Ebenso leicht vor- und zurückschwingen. Prüfen Sie, ob Sie beim Vorschwingen unwillkürlich ausatmen.

Nun von beiden Sitzhöckern gleichzeitig herunter abdrücken und ausatmend hochkommen wie vordem beim Hochkommen über den einzelnen Sitzhöckern. Nachhauch mit Kieferlösung nicht vergessen! Der Körper richtet sich unwillkürlich etwas vor den Sitzhöckern auf. Schulter-, Nacken- und Bauchbereich sind locker, der Rücken gut gestreckt. Es ist so, als ob der Kopf vom Rücken her gehoben wird.

Im Kreuzpunkt der beiden Bewegungslinien rechts und links, vor und zurück, liegt ihr Aufrichtungspunkt.

Schwingen Sie kreisend im ganz kleinen Radius um ihren Mittelpunkt herum.

Beginnen Sie dazu leise auf mmm... zu summen. Schließen Sie dazu weich die Lippen. Der Radius wird allmählich ein wenig größer werden. Der Drehpunkt der kreisenden Bewegung liegt in den Hüftgelenken. Lassen Sie die Bewegung kleiner werden und kreisen Sie zurück zum Mittelpunkt Ihres Beckens.

Nach der anderen Seite kreisen Sie in gleicher Weise. Spüren Sie nach, ob Sie den Atemansatz und die mmm-Schwingungen deutlicher in der Tiefe des Beckens spüren.

Über dem Aufrichtungspunkt liegt die stabile Mitte ihres Körpers. Die Griechen erlebten diese Mitte in lebendig umfassender Weise und hatten deshalb eine gemeinsame komplexe Bezeichnung für Zwerchfell, Atem, Mitte, Bewußtsein und Seele.

Schwingen Sie in kurzen Schwingungslinien an die Peripherie dieser Körpermitte, die Sie wie ein breiter stützender Gürtel umfaßt.

Tun Sie das in alle nur möglichen Richtungen, so als wären Sie ein allmählich zur Ruhe kommendes Stehaufmännchen. Das Stehaufmännchen hat auf der Basis ein Bleigewicht, durch das es nie umfallen kann. Genauso sollte sich der Atem auf das tief gestellte Zwerchfell, seitwärts gegen die unteren Rippen der Flanken und hinten gegen den tiefen verlängerten Rücken anlehnen, besonders bei der Stimmgebung, beim Sprechen und Singen.


Erlebnis der Inneren Räume bei Einsatz der Stimme

Zu Beginn dieses Abschnitts möchte ich Sie um folgendes bitten:

Lesen Sie einen kurzen Text Ihrer Wahl. Die Wahl sollte auf einen Text fallen, der Sie interessiert. Es kann ein Gedicht sein - eine Strophe reicht - oder es kann eine Aussage sein, mit der Sie sich verbunden fühlen.

Lesen Sie diesen Text mit den Augen, machen Sie sich dabei seine Bedeutung klar. Dann lesen Sie ihn ohne Stimme, nur artikulierend. Als nächstes flüsternd, wobei Sie die Betonung schon innerlich hören. Erst jetzt laut, aber vorsichtig, so lange, bis Sie meinen, den richtigen Ausdruck gefunden zu haben.

Nun hören Sie Ihrem eigenen Vortrag zu. Es kommt darauf an, daß Sie Ihrer eigenen Stimme lauschen als wäre es eine fremde. Welchen Klang hat Ihre Stimme?

Während Sie meiner Stimme auf der Cassette zuhören und die vorgeschlagenen Übungen selbst ausprobieren, drücken Sie immer wieder die Pausentaste.

Voraussetzung für richtige Artikulation und Klangfülle sind lockerer Kiefer und Gesichtsmuskeln sowie bewegliche Zunge. Das hört sich einleuchtend an, ist aber keineswegs einfach. Der ganze Mensch spiegelt sich in seiner Stimme. “Sprich, daß ich Dich sehe!“ sagten die alten Griechen.

Wir wissen ja, daß man einen Menschen oft mehr an dem “wie“ seiner Sprechweise erkennt, als an dem, was er sagt. Und jeder hat sicherlich schon erlebt, wie der eigene Atem beim Zuhören auf eine überhastete oder stockende Sprechweise reagiert.

Sie werden am besten Grundsätzliches erleben, indem Sie einige Beispiele aus allen Lautgruppen ausprobieren.


Die Vollklinger

Wir beginnen mit den “Vollklingern“. Es sind l m, n, ng

Sie haben reinen Stimmklang, sind jedoch keine Vokale, weil der Mund an verschiedenen Stellen geschlossen ist.

Das “l“

Legen Sie die Zunge zu einem “l“ an, also die Zungenspitze leicht hinter die Oberzähne. Der Unterkiefer fällt. Stellen Sie sich vor, der ganze Zungenmuskel hänge wie eine Hängematte.

Als Vorbereitung saugen Sie langsam unter der Zunge Luft ein. Tun Sie das nur ein Mal, lösen Sie danach alle Spannung - machen Sie also eine kleine Pause, der Organismus wird entlastet. Dann wiederholen Sie denselben Vorgang noch zwei Mal. Das genügt.

Hat im Leib eine Erweiterung stattgefunden? Und wo? Wenn Sie kein

Anfänger in dieser Arbeit sind, werden Sie diese Erweiterung bis in die

Bauchtiefe empfunden haben, und zwar rundherum.

Wieder legen Sie die Zungenspitze hinter die Oberzähne und atmen die Luft kurz mit kleinem Impuls leise tönend aus. Es entsteht das „l”, das Sie nun in einem zweiten Schritt - - ohne Belastung der Halsmuskulatur - - summen.

Der Rachen wird weit, der Kehlkopf senkt sich. Der Klang beginnt im Resonanzraum des Leibes, und diese Klangsäule richtet uns vom Bauch bis zum Brustbein auf.

Sicherlich schaffen Sie jetzt ein dunkles l“, das aber ein kleines Licht braucht.

Dafür müssen wir etwas von dem anderen Pol ins Spiel bringen, nämlich den oberen Bereich mit den Resonanzräumen des Kopfes.

Um dies zu erreichen, dürfen Sie beim „l” - tönen einen Moment lang die Nase kraus machen. Danach genügt ein Weiten der Nasenflügel. Fühlen Sie Luft und Wärme in der Nase?

In Ihrem Ton wird sich Dunkel und Hell mischen.

Zum Üben finden Sie in folgendem Buch für alle Laute entsprechende Verse: Der kleine Hey - Die Kunst des Sprechens, Neuauflage 1971.

(Für “l“ Hey, S. 39)


Das “m“

Allmählich gehen Sie zum „m „über. Machen Sie sich klar, daß der Mund sich öffnet, weil der Unterkiefer vom Kiefergelenk aus senkrecht nach unten fällt, und sich gerade so viel hebt, daß sich die Lippen berühren.

Ein Grundsatz, der für jede Artikulation gilt:

ein bewegliches Organ legt sich an ein feststehendes. Beim m z.B. legt sich die Unterlippe an die Oberlippe. Beim “l” legt sich die Zungenspitze an den Zahndamm. Probieren Sie das mit allen Konsonanten aus. Grundsätzlich gilt:

leichter Druck so viel wie nötig, aber nicht mehr als nötig.

Versuchen Sie das „m“ auf diese Weise. Summen Sie das “m “erst kurz, dann länger.

Erleben Sie, daß die Schwingungen nach längerem Üben überall im Körper zu spüren sind. Tasten Sie die Vibrationen auch von außen ab, indem Sie die Hände von den Wangen ab überall leicht an die Körperwand legen. Das “m“ können Sie auch gut im Liegen üben.

Kurze Silben mit “m“:

mum, mama, mamu, oma.


Jetzt “l“ und “m“:

lahm, Lamm, Lama, Lehm

Mull, Müll, Mal, Mehl.

Wollen Sie den Eigenton Ihrer Stimme feststellen, so summen Sie das “m“ und drücken dabei in rascher Folge mit Daumen und Zeigefinger einer Hand immer wieder die Nasenflügel zu. Ohne mit dem Summen aufzuhören, lassen Sie die Nase los. Was bleibt ist das “m“ im Eigenton Ihrer Stimme, weder zu hoch, noch zu tief.

(Hey, 5. 42)


„n” und “ng“

Wir schließen die Vollklinger an, die nur Kopfklang haben: “n“ und “ng“. Der Ausatemstrom wird bei den Nasalen nur durch die drei Nasengänge geführt.

Diese sehr feine Luftführung verträgt nicht den geringsten Druck auf die Stimme, braucht jedoch die Rückhaltekraft des Zwerchfells. Die Lunge zieht sich langsam schwingend zusammen. Fühlen Sie den warmen Strom der Ausatmungsluft in der Nase bis zu den Augen - - alle Schleimhäute und die Kopf resonanz werden belebt.

Bitte probieren Sie aus, in welchem Bereich des Kopfes die Schwingungen beim “n“ und in welchem beim “ng“ hauptsächlich zu spüren sind.

Eine gute Übungsmöglichkeit besteht darin, “ n “ und “l“ abwechselnd zu tönen.

„n”“ bringt festere Artikulation, geht gut in die Nase, ruft Nasalklang und Nasenresonanz hervor.

Beim “l“ lösen sich die Zungenränder von den Zähnen, der Mund geht für den Luftstrom und den Klang auf; es entsteht Leibresonanz - die Nase muß aber im Spiel bleiben.

Übung für das “ng“:

Summen Sie das “ng “(das ist ein Laut, das “g“ wird nicht eigens artikuliert).

Das Gaumensegel, das gehoben werden muß, hat Spannung. Das Heben der Mundwinkel unterstützt diesen Vorgang (Gähnspannung, wie ein innerer Mund).

Eine gute Übung:

Summen Sie weiter das “ng“ und heben Sie bei geöffnetem ruhigen Kiefer das Gaumensegel mehrmals - es entsteht das “a“.

Damit haben Sie schon einen richtig angesetzten Vokalklang.

Zum Üben einige kurze Wörter mit den bisherigen Vollktingern:

lang, lange, Lunge, ling

nun meinen Namen nennen

Nauen

mahlen

(Hey, S. 41)

nein, nie Lehnen, anlehnen leihen,

Leinen Launen, lohnen, Hellenen

Lohnen Helenes Launen ? Nein, nie!

Die Halbklinger und Strömungskonsonanten

Die Halbklinger sind: „w”

stimmhaftes“” „s”“ und“” „sch”

„j” und „v”

Sie sind halb Klang, halb fließendes Luftgeräusch. Die Grundlage der Halbklinger sind die Frikative f stimmloses “s“ und “sch “, (i) „ch”

Sie werden “Strömungskonsonanten“, “Zischlaute“, “Reibelaute“ und “Geräuschlaute“ genannt, da sich. die Luft hörbar an der hemmenden Artikulationsstefle reibt, wodurch der Laut entsteht. Zu diesem Geräusch kommt nun der Stimmklang. Dadurch werden Spannung (Rückhaltefunktion in der Atemmuskulatur) und Vibrationen verstärkt.

Können Sie spüren, daß wieder verschiedene Körperräume angesprochen werden?

Üben Sie den Übergang vom “f “ zum “w“:

zunächst ausatmen (falls Sie das im Eifer des Übens vergessen, gelingt es nicht) . Dann, ohne neu einzuatmen, ansetzen zu einem ganz kurzen „f“. Sie haben dafür immer genug Restluft in der Lunge, dann lösen, Pause, frei atmen. Wiederholen!

Neu ansetzen zu einem ebenso kurzen „s”.“. Sie werden merken, daß man ein Mitgehen der inneren Muskulatur bis ins Gesäß spüren kann, und daß es sich bei den beiden Lauten etwas verschieden anfühlt. An der Stelle, wo Sie dieses tiefste Mitgehen in der Gesäßmuskulatur und an der Bauchdecke gemerkt haben, setzen Sie nun das “f“ ( Unterlippe an Oberzähne) an und richten sich mit dem verlängerten Atemstrom auf.

Bis zum Brustbein erleben Sie so einen verlängerten, geführten Atem.

Als Hilfe: stellen Sie sich einen Baumstamm oder ähnliches vor und verfolgen Sie ihn von unten nach oben. Mehrmals. Dazwischen gut lösen.

Auf halbem Weg der inneren Streckung fädeln Sie die Stimme ein - aus dem “f“ wird ein “w“.

Wo spürten Sie die “w”-Vibrationen am meisten? Wurde das Brustbein von innen gehoben? Spürten Sie auch den zunehmenden Krafteinsatz der inneren Muskulatur? Er ist an den Flanken zu spüren.

Wörtervom “f“ zum “w“:

Auf - Wand, Auf - - wind,

auf - - wecken, auf - - wachen

Vergleich von “f “ - Wörtern mit “w“ - Wörtern:

fort - Wort, Feld - Welt

Fuchs - - Wuchs, fliegen - - wiegen


Fragewörter lassen offen:

wo, was, wann, wer, wem, usw.

„w” “- Wörter haben Bewegung:

Wasser, Wogen, Wellen, Wind Wipfel, Wald, Wälder, (Hey, Vers 3.45)

 

Das gleiche mit “s“: vom stimmlosen zum stimmhaften “s“.

Also: erst kurz ansetzen und den Atemansatz spüren. Dann den verlängerten Atemstrom von diesem Ansatz ausgehend von unten nach oben. Als nächsten Schritt nehmen Sie auf halbem Weg die Stimme dazu.

 

Wörter hierfür:

Aussage, Aussicht, Aussuchen, Lossagen

Ein Satzfür “s“:

Susi saß im Sessel und las im Museums-Journal, und:

Hey, Verse S.48 und 49.

 

Zuletzt alle Klinger im Hey, Vers S.46, beginnend mit:

“Leeren Wahn wohl will man nennen...“

 

Die Explosive

Vom Strömungskonsonanten zum Explosivkonsonanten.

Lassen Sie den Atem zunächst auf „sch” ausströmen, wie Sie es bei den Strömungskonsorianten als Vorbereitung für die Halbklinger schon geübt haben. Setzen Sie diesmal das „sch” erst ganz kurz impulshaft an, kräftig aber nicht stoßend, um zu spüren, wo der muskuläre Ansatz dieses Lautes ist. Das sch “wird ziemlich tief im Becken zu spüren sein.

Von dort lassen Sie das „sch“ weich strömend aufsteigen.

Die Ausatmung wird verlängert. Lösen Sie am Ende mit dem kleinen Nachhauch und atmen dann erstmal frei durch.

Eine Vorstellung kann helfen: Es ist, als lägen Sie am Strand und würden von einer Welle von den Füßen an überspült - die Welle verläuft schließlich, das wäre ein Bild für den kleinen Nachhauch.

Vergessen Sie nicht, zum Schluß Zungen-, Kiefer- und Leibspannung herzugeben.

Atmen Sie erst frei durch, bevor Sie weiter probieren.

Ein neuer Schrift: am Ende des „sch”-Stromes schließen Sie weich die Lippen, so daß sich die Luft hinter dem Lippenpaar sammelt. Das ist ein ganz kurzer Augenblick.

Lassen Sie nun die Lippen durch die nachdrängende Luft aufsprengen und formen Sie ein “O“ oder ein “o“. Also “sch sch sch po“.

Gelingt es Ihnen, so spüren Sie, daß das „po„ ohne Engnis im Halse entsteht, die Stimme also offen bleibt und Ihre Flanken sich impulshaft dehnen. Zwerchfell und Lunge federten also bei der Ausatmung in einer Einatmungstendenz zurück, weil ein Teil der Luft nicht nur nach außen, sondern auch nach innen wie ein Ball auf das Zwerchfell zurückgeworfen wird.

Das gilt für alleExplosive: “p - b“ ‚ “t - d“, “k - g“.

Alle brauchen diesen Krafteinsatz des Zwerchfells, sie sind sozusagen Pfeffer und Salz der Sprache.

Das strömende „sch” hilft erst den Überdruck abzugeben. Nun üben wir ohne diese Vorbereitung “p - b“.

Stoßen Sie die Laute nicht heraus, das würde die Rückfederung verhindern und den Klangkanal für den nachfolgenden Vokal verengen. Versuchen Sie ebenso: “sch - t“ und “s - k“.

 

Wörter dazu:

Spuck, Spaß

Puck, Paß

Stube, Stand, Stute, Stadt

Tube, Tand, Tute, Tat

Skan, Sketch, Skaggerak, Skalpell

Kate, Kann, Catch

(Hey, Verse S.52 An- und Auslaut-St; S. 60, 61 “t“, “d“; S. 55 “k“)

 

Die Vokale

Vokale sind Öffnungslaute: Mundhöhle und Rachenraum bilden eine Einheit und sind mit Luft und Klang gefüllt. Die Raumtorm der Mundhöhle und des Rachens sowie Schwingung und Spannung der Stimmlippen geben der ausströmenden Luft die unterschiedliche Klangfarbe.

Der Klang sollte mit der Atemluft aufsteigen - ungehemmt, ungepreßt und klar. Dazu brauchen wir einen weiten Rachen und einen tiefgestellten Kehlkopf. Der Klang beginnt schon unter den Stimmlippen, weil bereits die darunterliegende Luftröhre mitschwingt. Die Rachenwand hinter dem Gaumensegel weicht zurück; keine Engnis bis zum Kehlkopf, sondern eine weite Röhre.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die richtige Einstellung der feinspielenden Muskulatur des Rachens für die Vokalöffnung zu erreichen. Wir versuchen das jetzt.

 

Erste Möglichkeit:

Sie atmen erst aus und lösen. Nun öffnen Sie den Mund zu einem“ a “ohne Stimme.

Was tat sich dabei? Konnten Sie merken, wie sich Ihre Lunge durch das Öffnen dehnte? Probieren Sie das noch einmal. Falls Sie nach dem Ausatmen und Mundschließen nicht wirklich alle Spannung hergeben, gelingt es Ihnen nicht.

Öffnen Sie den Mund erneut zu einem “ a “ ohne Stimme, diesmal mit leichtem Hochziehen der Mundwinkel beim Öffnen. Das Gaumensegel hebt sich mit. Wir können uns das Gaumensegel als “inneren Mund“ vorstellen, der den Eingang zum Rachenraum bildet.

Sie summen erst den Vollklinger “ ng “ und heben dann kurz das Gaumensegei - ein“ a“ entsteht. Nun erst lösen; falls Sie das beim Üben - auch der nachfolgenden Beispiele - im Eifer vergessen, gelingt es nicht. Wenn Sie die Übung wiederholen, werfen Sie den Ton hoch in den Schädel. Jetzt öffnen Sie wieder den Kiefer, indem Sie ihn senkrecht fallen lassen und halten ihn offen. Die Zungenspitze bleibt hinter den Unterzähnen, so daß der Zungenmuskei weich vorgestreckt ist. Wiederholen Sie das richtig gebildete ng “einige Male hintereinander mit der anschließenden Öffnung. Lassen Sie wirklich jedesmal den “a “- Ton frei verhallen, ehe sie von neuem mit dem “rg“ ansetzen.

 

Auch mit „ng“ und “nk“ üben:

lange, Lanke, bange, Banke

bangen, Verlangen (Hey, Verse S. 41)

 

Zweite Möglichkeit der Rachenöffnung:

Das „ch” (wie in “ach‘) wird wie das „ng” kurz vor dem Gaumensegel gebildet.

Sie können zur Öffnung danach kommen, indem Sie erstmal die halbe Reihe der Strömungskonsonanten, “f - s - sch” erst langsam, dann rasch üben, dann die ganze Reihe: “f - s - sch - ch(1) -- ch(2) (1 = z.B. wie in “ich“; 2 = z.B. wie in “ach“) und zuletzt nach dem „ch” den Gaumen heben, um mit einem Hauch zu enden.

Oder Sie heben nach der Artikulation des “ch“ wieder das Gaumensegel zu einem “a“.

Silben und Wörter zu dieser Übung:

a -- cha, Achat, Machandelbaum

wach auf, mach an, lach an

nachahmen, Wachau, Walachei a

m Bach auf der Wiese

Dasselbe mit

„ch -ä” (offenes “e“)

„ch - e“(unbetont)

Weitere Beispiele:

Sache, lache,

lachen, wachen, Sachen

da muß man ja lachen

 

Beispiel mit Vorsilbe:

be - achten, ver - achten, ge - achtet

Wenn das einigermaßen gelingt, suchen Sie sich a - Verse aus dem Hey heraus.

Dritte Möglichkeit: ~.Stellen Sie sich zuerst nur den Vokal vor und atmen mit ihm ein und aus.

Vergleichen Sie zum Beispiel “u“ und “o“.

Welcher Raum des Körpers wird angesprochen?

Wenn Sie jetzt vorsichtig und leicht tönen bei einer guten Raumform des Mundes, kann der Ton ungehindert in einer weiten Klangsäule aus dem „u” - oder „o” - Raum aufsteigen.

Im weiten Rachen schwingen die Stimmlippen im tiefgestellten Kehlkopf. Die Flanken öffnen sich. Die Bauchdecke zieht sich zum Schluß zurück, ehe sie sich löst.

 

Vierte Möglichkeit: Glottisschlag

In Anlehnung an die Lippen des Mundes wird der zweigeteilte Muskel im Kehlkopf als “Stimmlippen” bezeichnet. Die Stimmlippen nennt man auch “Glottis“. Die Glottis öffnet sich bei der Einatmung und schließt sich bei der Stimmgebung und schwingt.

Wir üben zunächst den sogenannt “Glottisschlag“, das Zusammenschlagen der beiden Stimmlippen ohne Ton.

Dafür öffnen Sie den Mund - also Kiefer fallen lassen. Das “a“ erfordert die größte Weite.

Wenn Sie ein eben einsetzendes Gähnen unterdrücken, können Sie diese Schlundweite die im hinteren Bereich des Rachens liegt, erleben. Also: den Mund nicht etwa vorne aufreißen!

Versuchen Sie diese Öffnung zu halten, wobei die Luft unter den Stimmlippen zurückgehalten wird. Warten Sie nun einfach ab, bis die Luft von alleine durchschlägt Sie können den Glottisschlag bei allen weiteren Vokalöffnungen des Mundes versuchen. Verhältnismäßig leicht gelingt es beim offenen und geschlossen „o”.

Wenn Sie darin sicher sind, können Sie die Stimme an dieser Stelle behutsam einsetzen:

 

„o - - - - -”

„O - - - - -”

Diese Vorsicht erreichen Sie dadurch, daß Sie sich den Hauchlaut „h” vor dem Vokal vorstellen. Achten Sie darauf, daß Sie den Vokal trotzdem nicht verhauchen. Zum Üben nehmen Sie den “h” „- Vers aus dem Hey, S. 59.

Anschließend an diesen Hauchlaut gehen Sie zu einer kleinen Melodie auf „o” über:

„o” - singen

Die Stimme schwingt jetzt.

Wenn das gelingt, suchen Sie sich “a” “- Verse aus dem Hey heraus, z.B.:

Barbara saß nah am Abhang.

Zuerst sprechen Sie die Verse, anschließend sprechen Sie nur die “a” -Laute im Rhythmus, das ist dann wie lachen:

„a” - „a” - „a” - „a” - „a” -

 

Nase - Stirnhöhle

 

Sprache kann Gesang sein im Eigenton der Stimme und nicht nur mehr oder weniger herausgepreßte Laute. Der Klang der Vokale beim Sprechen muß wie der Klang des Gesangstones in der Nase sein.

Das beginnt schon mit der Öffnung der Nase bei der Einatmung, so als wolle man einen schönen Duft einlassen. Die Weite der Nase muß für den Ton beim Gesang und ebenso beim Ton des Vokals beim Sprechen offen bleiben. Der Klang muß über dem Gaumendach sein und wieder mit der Nase angesaugt werden. Dies erreichen Sie nur durch völlig gelösten Unterkiefer, gelöste Zunge, Wangen bzw. Kaumuskeln und die Lösung aller Kehlmuskeln. Und Sie erreichen dies ansaugen des Tones nur, wenn die Atemsäule in Ihnen völlig ruhig stehen bleibt und sich so anfühlt, als würden Sie während des Vokaltones nicht ausatmen.

Am besten, Sie stellen sich eine Klangsäule in sich und um sich herum vor, in der sich der sogenannte Austausch der Lüfte vollzieht.

Atem und Lautbildungen beim Sprechen

Die folgenden Lautbildungen können Sie im Liegen, im Sitzen oder auch im Stehen machen.

Geben Sie den Atem frei, halten Sie ihn nirgends fest.

Sie erinnern sich: Die Übergänge zwischen Ein- und Ausatmung sollten rund sein. Die Ausatmung sollte länger dauern als die Einatmung. Immer erfolgt ganz natürlich am Ende der Ausatmung ein Nachgeben. Sie können dem Ausatem vielleicht besser folgen, wenn Sie einen Strömungskonsonanten, zum Beispiei “fff“ oder „s s s” mit einem Explosivkonsonanten davor benutzen, den Sie ganz kurz ansetzen.

Während Sie dem Atem so folgen, werden die Gedanken leicht abschweifen. Deswegen zählen Sie jeden Atemzug, bis Sie zwölf Mal aus- und eingeatmet haben und beginnen wieder mit eins, bis sich die Gedanken beruhigt haben. Das machen Sie stumm für sich.

Nun gehen Sie zu den Sprachlauten über und zählen laut von eins bis zwölf. Dabei beachten Sie den Endlaut mit dem kleinen Nachhauch, der eine Kieferlösung zur Folge hat.

 eins  - das “s“ ausströmen lassen zwei - kleine Offenheit nach dem Endvokal, Kiefer gibt nach, Hauch in die Wärmehülle um den Körper schicken

drei - genauso wie bei der zwei

vier - “Rachen-r“ nur andeuten fünf - das “f“ ausströmenlassen

sechs - das “s“ ausströmen lassen

sieben - das “n‘ ausschwingen lassen

acht - kurze Abspannung nach “t“

neun - das “n“ ausschwingen lassen zehn - das “n“ ausschwingen lassen

elf - das “f“ ausströmenlassen zwölf - das ‘l“ ausströmenlassen

 

Wenn Laute am Ende der Ausatmung stehen, muß die Artikulation nicht festgehalten werden, vielmehr vollendet an der Artikulationsstelle ein kleiner Nachhauch die Ausatmung und sorgt für eine gute, notwendige Abspannung. Zäsuren sind keine Unterbrechung des Atemstroms, sondern nur ein kurzes Absetzen, wobei das Zwerchfell kurz zurückfedert und die Lunge, in ihrer elastischen Zusammenziehung einen winzigen Augenblick lang aufgehalten, ebenfalls zurückfedert

Spüren Sie, daß auch die Bauchwand sich federnd zurückzieht, ihre

elastische Spannung bewahrend? Denn die Bauchmuskulatur bildet

Haltekraft für den Atemstrom.

Zählen Sie nun mit anschließendem Nennen von Begriffen, zum Beispiel Tieren Pflanzen, Haushaltssachen etc.

Fangen Sie mit dem Laut an, mit dem die Zahl endet:

eins - - sage ich

zwei - Eidechsen; Mund nochmals öffnen, Glottisschlag ist zu hören

drei - Eichhörnchen; genauso wie bei zwei

vier - Raben; das “r“ wird artikuliert

fünf - Fische; das „f“ rüberziehen

sechs - Säue; das “s“rüberziehen

sieben - Nattern- das “n“ rüberziehen

acht - Tauben- das “t“ rüberziehen, es bekommt nun etwas mehr und länger Druck neun - Nilpferde- das “n“ rüberziehen

zehn - Nebelkrähen- das “n“ rüberziehen

elf - Füchse

zwölf - Falter

 

Eine erweiterte Übung könnte eine erste kurze Satzbildung sein, anschließend an einen von Ihnen gewählten Begriff.

Achten Sie darauf, beim Überlegen eines Begriffs oder eines Wortes die Luft nicht anzuhalten. Bleiben Sie locker und offen, so fällt Ihnen leichter etwas ein - in Sie hinein.

Zum Abschluß eine Zusammenfassung

 

Was hat sich schon mehr oder weniger verändert, woran müssen Sie noch weiter arbeiten?

 

1. Kann der Kiefer vom Kiefergelenk aus besser sinken, die Zunge sich leichter bewegen?

 

2. Gelingt es Ihnen, jetzt darauf zu achten, entweder den Druck der Artikulation zu verringern, der bei manchen von Ihnen zu stark ist oder

die Form der Lautbildung mit Lippen, Zunge und Kieferöffnung präziser zu greifen, falls darin Ihre Schwierigkeit besteht?

Der Nachhauch vervollständigt die Ausatmung an der Artikulationsstelle des letzten Lautes. Die Kieferlösung erleichtert den Nachhauch.

 

3. Wurde der Rachen freier?

Rutscht der Kehlkopf beim Sprechen nicht mehr zu hoch?

 

4. Sie sprechen hoffentlich mehr unter der Stimme, mit dem Gefühl, daß schon die Luftröhre unter der Stimme im Stimmklang mitschwingt.

 

5. Und die Resonanz - ist sie zu hören und wo jeweils ist sie zu spüren?

 

6. Sie erinnern sich: Wir haben in der Einführung die ausstrahlende Wärme des Körpers in unsere Ausatmung einbezogen. Nun füllen Sie diese Wärme mit Klang.

Können Sie sich jetzt eine Klangsäule in sich und um sich vorstellen? In dieser Klangsäule findet der sogenannte “Austausch der Lüfte” statt. Also nach innen wie nach außen sprechen!

 

7. Die Sprache ist, so könnte man sagen, Gesang im Eigenton der Stimme in drei bis vier Halbtönen in der unteren Oktave der Sprachmelodie.

 

Wenn Sie der Wellenbewegung der Sprache folgen, erleben Sie Haupt- und Nebenbetonungen. Der Vokal der Silbe, die die Betonung trägt, wird einen mehr oder weniger längeren und kräftigeren Klang haben.

Unser ganzer Organismus ist so geschaffen, daß wir uns eigentlich mit Leichtigkeit bewegen könnten - und dazu gehört auch das Sprechen.

Jede Bewegung der Gliedmaßen, der Muskeln, der Organe steht uns auf schönste Weise zur Verfügung, falls Sie den rhythmischen Spannungswechsel in Atmung und Gesamtmuskulatur bei allem, was Sie tun immer besser erleben.

Lernen Sie sich den jeweiligen Anforderungen mit einem angemessenen Spannungsniveau anzupassen. Versuchen Sie sich das bewußt zu machen, bewegen Sie Ihre Gedanken in diese Richtung.

 

Zum Schluß können Sie den von Ihnen anfangs gewählten Text noch einmal wiederholen. Sie werden sicherlich feststellen daß sich schon manches verändert hat und besser klingt. Der Klang sollte Ihre Orientierung sein.

  

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